Altweibersommer

Der Altweibersommer bezeichnet einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Herbst. Er zeichnet sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wanderwetter und ein warmes Ausklingen des Sommers aus. Durch dieses stabilere Wetter ist eine gute Fernsicht möglich und die Laubverfärbung wird intensiviert.
Typisch sind die morgendlichen Nebelfelder, die sich durch Sonneneinstrahlung in klares Herbstwetter wandeln. Abgeleitet wird der Name jedoch nicht von „alten Frauen“, sondern von zahlreichen Spinnfäden, mit denen junge Zwergspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Die Spinnen erklettern dabei einen herausragenden Punkt und lassen dann die Spinnfäden aus ihrem Hinterleib austreten, um sich damit durch die Luft tragen zu lassen.

Mit „Weiben“ wurde im Althochdeutschen nämlich das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Übrigens: Im Volksglauben wurden diese Spinnweben für Gespinste von Elfen, Zwergen oder der Jungfrau Maria (Marienfäden, Mariengarn oder Marienhaar) gehalten. Man nahm zudem an, dass es zu einer baldigen Hochzeit kommt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen.
In Nordamerika als „Indian summer“, in Schweden als „Brittsummar“ und in der Steiermark als „Altweibersommer“ erlebbar, wenn sich in der Sonne die gewobenen Morgentaufelder spiegeln und der bunte Herbstgarten zum Tagträumen lädt.